Corona treibt die Digitalisierung der stationären Bau- und Heimwerkerbranche voran

Als eine der wenigen Branchen im stationären Handel konnte die Bau- und Heimwerkerbranche seit Beginn der COVID-19-Pandemie durch Mobilitätsbeschränkungen und die Schließung von weiten Handelsteilen überdurchschnittliche Umsatzzuwächse verwirklichen und blieb aufgrund ihrer Systemrelevanz selbst größtenteils vor langfristigen Schließungen verschont.

Baumärkte als Gewinner der COVID-19-Pandemie

Die Untersuchung des BHB – Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten e. V. zeigt ein erstaunliches Umsatzplus der Branche von 13,8 % im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr. Das Zuhause hat gerade im Zuge von Reise-, Kontaktbeschränkung und Homeoffice als Rückzugsort deutlich an Bedeutung gewonnen. Dies wird auch als Cocooning Effekt bezeichnet und erklärt das Bedürfnis der Kunden, ihr Zuhause in Krisenzeiten zu renovieren und zu verschönern. Gerade in den Warengruppen Anstrichmittel/Malerzubehör, Gartenausstattung, und Holz & Gartenmöbel konnten die größten Wachstumsraten mit respektive + 27,4 % +26,9 % und +24,8 % beobachtet werden.

Datengrundlage: BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V., GfK (bis 2012 BHB-GfK-Panel Deutschland, ab 2013 GfK-Total-Store-Report Deutschland)
Quelle: handelsdaten.de

Eine Studie von Konzept & Markt GmbH in Kooperation mit der Dähne Verlags GmbH belegt zusätzlich die Motivation der Kunden, in der Zukunft weiterhin in stationären Baumärkten einzukaufen. 67 % der 2.000 befragten Baumarkt-Kunden wollen auch nach Corona bevorzugt stationär einkaufen. Das sind 7 % mehr als der Anteil der Befragten, welche vor Corona bevorzugt stationär eingekauft haben.

Kurzum: Kunden schätzen nach wie vor das Einkaufserlebnis im stationären Baumarkt-Handel und wollen auch nach Corona vermehrt dort einkaufen.

Digitalisierung des Alltags verändert Anspruchshaltung der Konsumenten

Arbeiten im Homeoffice, Kontaktverfolgung mit mobilen Apps und digitales Impfmanagement – durch die jetzige Pandemie wurde die Digitalisierung des Alltags zwangsläufig in allen Bevölkerungsgruppen deutlich vorangetrieben. Diese Erfahrungen und dadurch veränderte Präferenzen, aber auch Erwartungen an digitale Angebote haben direkte Einflüsse auf die Erwartungshaltung von Konsumenten, die den stationären Einzelhandel vor allem im Baumarkt wieder nach der Pandemie aufsuchen. Die Branche sollte die Gunst der Stunde und die entstandenen Zusatzverdienste nutzen, um notwendige Investitionen in die Digitalisierung des Einkaufens zu tätigen und zu anderen Branchen im Einzelhandel aufzuschließen. Im Lebensmitteleinzelhandel hat mittlerweile nahezu jeder große Händler und Filialist eine umfangreiche mobile App (Lidl Plus, EDEKA App, REWE App), welchen den Kunden bei seinem Einkauf begleitet und Informationen, aktuelle Angebote und direkt einlösbare Coupons enthält. Hier besteht in der stationären Bau- und Heimwerkerbranche noch Nachholbedarf.

Die Anforderungen der Kunden reichen vom mobilen und kontaktlosen Bezahlen, über Angebote und Nachrichten auf der Verkaufsfläche bis hin zu einer präzisen Instore Navigation, mit welcher sich alle 60.000 Produkte inklusive Detailinformationen eines großen Baumarktes finden lassen. locandis begleitet diesen Prozess mit genau solchen mobilen Lösungen für den Einzelhandel als Full-Service-Provider und begleitet die Digitalisierung des Handels auch in der Baumarktbranche.

 

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Hier geht es zu den Studien des BHB – Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten e.V. und der Konzept & Markt GmbH.